Unmenschliche Arbeitsbedingungen

Fabrikbrände, Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind heutzutage trauriger Alltag in der Textilindustrie. Eine wichtige Frage ist: Wie leben und arbeiten diese Menschen, die für uns Kleidung in Indien, Bangladesch usw. herstellen???

Welchen Risiken Menschen in den so genannten Billiglohnländern ausgesetzt sind, nur um Konsumenten, wie uns, in der westlichen Welt ein T- Shirt zu Billigpreisen anbieten zu können, kann sich kaum einer vorstellen… Medien und Organisationen machen glücklicherweise immer häufiger durch ihre enthüllende Berichterstattung auf Missstände in der Produktion und Weiterverarbeitung von Textilien in Billiglohnländern aufmerksam – wir als Gesellschaft können und sollten die Augen nicht mehr davor verschließen!

Ein Beispiel für unmenschliche Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern ist das Sumangali System in Indien…Sumangali bedeutet „glückliche Braut“. Dabei werden junge Mädchen (15 Jahre und älter) als billige Arbeitskräfte in Fabriken eingesetzt und ausgebeutet. Sie werden als „Lehrlinge“ eingestellt, erhalten somit einen geringen Lohn und das Versprechen nach drei bis fünf Jahren mit einer festen Summe (ca. 400 – 800 €) ausgezahlt zu werden. Dieses Geld kann als Mitgift für die Heirat dienen. Das Problem in diesem System ist, dass viele Mädchen nicht durchhalten, sondern nach ein bis zwei Jahren ausscheiden und nicht mal einen Teil der versprochenen Lohnsumme erhalten. Die Mädchen werden wie Sklavinnen gehalten und regelrecht eingesperrt, müssen oft 10-12 Stunden am Tag arbeiten. Sie sind auf Grund von Nachtschichten und Überstunden übermüdet, haben oft keinen freien Tag und dürfen das Fabrikgelände nicht verlassen. Grundsätzlich bekommen diese Mädchen keinen Urlaub und dürfen nur zwei Mal im Jahr für ein bis zwei Tage nach Hause zu ihren Familien. Während der Arbeitszeit stehen sie unter ständigem Druck, jeder Gang wird aufgeschrieben und wer zu spät zur Arbeit kommt, bekommt den Tageslohn abgezogen.

Diese Frauen sind der Willkür der männlichen Aufseher ausgeliefert. Von Beschimpfungen und sexueller Belästigung ist die Rede…auch von Vergewaltigungen! Keine Rechte, der ständige Druck und die sklavenähnlichen Bedingungen treiben manche Mädchen in den Selbstmord… – dies sind einige Beispiele wie die Arbeitsbedingungen für Frauen, die in Indien unter dem Sumangali System arbeiten, aussehen. Sumangali ist eine Form der Schuldknechtschaft oder der Sklaverei…für uns in der westlichen Welt kaum vorstellbar, für indische Frauen leider grausame Realität!

Eine beispielhafte Organisation die sich für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von Frauen einsetzt, ist die Frauenrechtsvereinigung FEMNET e.V.: www.femnet-ev.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>